Lufthansa: Sitzplatzwechsel beim Check-in jetzt kostenpflichtig
Es gab einen zuverlässigen Trick, um sich die Sitzplatzgebühr bei Lufthansa zu sparen: bis zum Online-Check-in warten und dort kostenlos auf einen freien Wunschplatz wechseln. Seit dem 1. Juli 2026 funktioniert das auf der Langstrecke in den meisten Tarifen nicht mehr. Eine der letzten verlässlichen Lücken im System ist damit zu.
Was sich ändert
Der automatisch zugewiesene Sitzplatz bleibt beim Online-Check-in kostenlos, das ändert sich nicht. Neu ist, dass der Wechsel auf einen anderen Platz in vielen Tarifen jetzt Geld kostet, selbst wenn es nur ein anderer Standardsitz derselben Kategorie ist. Wer den zugewiesenen Platz behält, zahlt weiterhin nichts. Wer in einem Tarif ohne inkludierte Sitzplatzreservierung beim Check-in wechseln will, zahlt jetzt. Und wer vorab schon einen Platz gebucht oder bezahlt hat, kann ihn innerhalb derselben oder einer niedrigeren Kategorie weiterhin kostenlos ändern.
Betroffen sind Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines und Lufthansa City sowie teilweise Brussels Airlines und Discover Airlines auf Langstreckenflügen.
Welche Tarife trifft es
Die Gebühr greift vor allem in Economy- und Premium-Economy-Tarifen ohne inkludierte Sitzplatzreservierung, etwa Economy Comfort, Economy Comfort Plus und Economy Green sowie den entsprechenden Premium-Economy-Varianten. Wer einen Flex-Tarif oder einen Tarif mit inkludierter Classic-Seat-Reservierung gebucht hat, wählt weiterhin gratis. Im ohnehin schon eingeschränkten Economy-Light-Tarif war der kostenlose Wechsel schon seit 2022 gestrichen, für diese Buchungen ändert sich also nichts.
Was es kostet
Einen Pauschalpreis gibt es nicht. Die Gebühr richtet sich nach Strecke, Abflugort und Sitzplatzkategorie und wird erst im Check-in-Prozess angezeigt. Andere Quellen nennen für die Langstrecke eine Spanne von rund 35 Euro für einen normalen Sitz bis zu 200 Euro für einen Platz an der Notausgangsreihe. Schau dir den angezeigten Betrag also genau an, bevor du bestätigst. Bei 200 Euro für ein paar Zentimeter mehr Beinfreiheit lohnt sich der Blick allemal.
Ausnahmen
Miles & More Senatoren und HON-Circle-Mitglieder behalten ihre Statusvorteile bei der Sitzplatzreservierung, mit Einschränkungen bei Light-Tarifen und bestimmten Allegris-Sitztypen. Familien und gemeinsam gebuchte Reisegruppen will Lufthansa weiterhin nach Möglichkeit zusammensetzen. Ein einklagbarer Anspruch darauf ist das allerdings nicht, sondern eine Kann-Bestimmung.
Und bei Meilenprämienflügen?
Seit der Umstellung auf dynamische Meilenpreise bei Miles & More hängen auch die Tarifbedingungen für Prämienflüge stärker vom gebuchten Tarif ab. Enthält dein Prämientarif keine kostenlose Sitzplatzreservierung, gilt beim Check-in dieselbe neue Logik. Beim Buchen eines Prämienflugs lohnt sich also ein zweiter Blick auf die Tarifbedingungen, nicht nur auf den Meilenpreis.
Was du jetzt tun solltest
Prüfe die Tarifbedingungen vor der Buchung, nicht erst beim Check-in. Wenn dir der Sitzplatz wichtig ist, kalkuliere die Reservierungsgebühr direkt mit ein, statt auf den Check-in-Trick zu hoffen, der jetzt in den meisten Fällen wegfällt. Ist dir ein bestimmter Platz wirklich wichtig, sei es der Fensterplatz, mehr Beinfreiheit oder das Sitzen neben der Familie, reservier ihn vorab. Der spätere Wechsel innerhalb der Kategorie bleibt dann kostenlos. Trotzdem lohnt sich der frühe Check-in weiterhin: Der automatisch zugewiesene Platz ist gratis, und wer früh dran ist, bekommt oft den besseren automatisch zugewiesenen Sitz. Senatoren und HON-Circle-Mitglieder sollten ihre Statusvorteile wie gewohnt nutzen. Und bei Prämienflügen gehört die Tarifbedingung mit auf den Vergleichszettel, nicht nur der Meilenpreis.
Fazit
Lufthansa schließt eine Lücke, über die sich Sitzplatzgebühren bislang umgehen ließen, und reiht sich damit in eine Serie von Tarifverschärfungen der letzten Monate ein. Der kostenlose Trick über den Check-in fällt auf der Langstrecke in den meisten Tarifen weg. Wer Wert auf seinen Sitzplatz legt, kommt um eine bewusste Entscheidung bei der Buchung nicht mehr herum. Und wer es nicht tut, riskiert, am Gate zu erfahren, dass der Wunschplatz plötzlich 35 oder 200 Euro kostet.
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