Miles & More führt neuen Business Light-Tarife jetzt auch bei Prämienflügen auf der Langstrecke ein
Miles & More baut die Tarifstruktur bei Prämienflügen weiter aus. Nachdem bereits auf der Kurz- und Mittelstrecke neue Tarifoptionen eingeführt wurden, gibt es ab sofort auch auf Interkontinentalflügen neue „Light“-Tarife in der Business Class und Premium Economy. Damit wird das Thema Tarifsegmentierung nun konsequent auch bei Prämienflügen umgesetzt, wie zuvor bei Bezahlflügen. Wer auf bestimmte Leistungen verzichten kann, soll künftig weniger Meilen bezahlen. Gleichzeitig werden Umbuchungen, Sitzplatzreservierungen und Erstattungen deutlich restriktiver.
Die Änderungen gelten ab dem 27. Mai 2026 für Prämienflüge mit Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines und Discover Airlines. Auch Lufthansa City und Air Dolomiti sind als Zubringer integriert.
Das Wichtigste im Überblick
1. Miles & More führt Business Light und Premium Economy Light jetzt auch bei Award Flights auf der Langstrecke ein.
2. Die neuen Tarife können weniger Meilen kosten, enthalten aber keine kostenlose Sitzplatzreservierung.
3. Umbuchungen sind nur gegen Gebühr möglich, Erstattungen im Light-Tarif ausgeschlossen.
Neue Tarifstruktur bei Miles & More Award Flights
Die Lufthansa Group hatte die neuen Light-Tarife für bezahlte Tickets bereits vor einigen Monaten eingeführt. Nun folgt derselbe Schritt auch bei Miles & More Award Flights. Laut Miles & More richtet sich das neue Angebot an Reisende, die zwar das Bordprodukt der Business Class oder Premium Economy nutzen möchten, gleichzeitig aber bei einzelnen Zusatzleistungen flexibel sind. Das eigentliche Flugerlebnis an Bord bleibt unverändert. Sitz, Catering, Lounge-Zugang und Service unterscheiden sich also nicht vom regulären Tarif. Einschränkungen gibt es stattdessen vor allem bei Flexibilität und Zusatzleistungen.
Parallel zur Einführung der neuen Tarife wird auch die bestehende Tarifstruktur umbenannt. Aus dem bisherigen „Business Basic“ wird künftig „Business Saver“, während „Business Basic Plus“ nun als „Business Base“ erscheint. Ergänzt wird die Struktur durch den neuen „Business Light“-Tarif als günstigste Option. Der „Business Flex“-Tarif bleibt unverändert bestehen.
Damit folgt Miles & More einem Trend, den man bereits seit einiger Zeit bei bezahlten Tickets beobachten kann. Airlines versuchen zunehmend, ihre Tarife stärker zu segmentieren und Kunden möglichst gezielt für einzelne Zusatzleistungen zahlen zu lassen. Dieses Prinzip erreicht nun endgültig auch die Prämienflüge.
Das beinhaltet der neue Business Light Tarif
Der neue Business Light Tarif ist die künftig günstigste Business-Class-Option bei Miles & More Award Flights auf der Langstrecke. Trotz des abgespeckten Tarifs bleiben einige klassische Business-Class-Vorteile weiterhin erhalten. Dazu gehören unter anderem zwei Handgepäckstücke, ein Aufgabegepäckstück bis 32 Kilogramm, Lounge-Zugang, Priority Boarding sowie die Nutzung der Fast Lane.
Spürbare Einschränkungen gibt es allerdings bei der Sitzplatzwahl und der Flexibilität. Eine kostenlose Sitzplatzreservierung ist im neuen Light-Tarif nicht mehr enthalten und muss künftig separat bezahlt werden. Auch Umbuchungen bleiben zwar grundsätzlich möglich, kosten allerdings 500 Euro zuzüglich einer möglichen Tarifdifferenz. Eine Erstattung des Tickets ist dagegen vollständig ausgeschlossen.
Besonders interessant ist dabei, dass selbst Senatoren und HON Circle Member von den Einschränkungen betroffen sind. Zwar dürfen Statuskunden weiterhin ein zusätzliches Gepäckstück kostenlos mitnehmen, die kostenfreie Sitzplatzreservierung entfällt jedoch auch für sie.
Premium Economy Light kommt ebenfalls auf die Langstrecke
Nicht nur die Business Class erhält einen neuen Light-Tarif. Auch in der Premium Economy führt Miles & More künftig einen entsprechenden Tarif auf Interkontinentalflügen ein. Die Grundidee bleibt identisch: Das eigentliche Bordprodukt verändert sich nicht, allerdings werden Zusatzleistungen reduziert.
Im Premium Economy Light Tarif bleiben Handgepäck, Priority Boarding, Fast Lane sowie ein Aufgabegepäckstück weiterhin inklusive. Wer allerdings vorab einen Sitzplatz reservieren möchte oder maximale Flexibilität erwartet, muss künftig ebenfalls zusätzliche Gebühren einkalkulieren. Eine Erstattung ist auch hier nicht möglich.
Wie viel günstiger wird Business Light wirklich?
Die entscheidende Frage für viele Meilensammler dürfte sein, wie groß die tatsächliche Ersparnis ausfällt. Erste Beispiele zeigen, dass der neue Business Light Tarif tatsächlich unterhalb des bisherigen Einstiegstarifs eingepreist wird. Auf den ersten Blick klingt das durchaus attraktiv. Allerdings stellt sich schnell die Frage, ob sich der Verzicht auf Flexibilität, zusätzliche Gepäckleistungen und die kostenlose Sitzplatzwahl tatsächlich lohnt. Gerade auf längeren Flügen dürfte die fehlende Sitzplatzreservierung für viele Reisende ein relevanter Nachteil sein, bzw. mit Zusatzkosten verbunden sein, vor allem dann, wenn man nicht alleine reist und nebeneinander sitzen möchte.

Hinzu kommt, dass Miles & More weiterhin auf dynamische Preise setzt. Die benötigten Meilen orientieren sich laut Lufthansa Group weiterhin an Faktoren wie Strecke, Nachfrage, Reisezeitraum und Buchungszeitpunkt. Konkrete Preise lassen sich daher erst direkt in der Buchungsplattform einsehen.
Besonders problematisch: Sitzplatzreservierung in der Allegris Business Class
Ein besonders kritischer Punkt betrifft die neue Lufthansa Allegris Business Class. Dort war selbst der reguläre „Classic Seat“ bislang häufig kostenfrei reservierbar. Im neuen Business Light Tarif entfällt diese Möglichkeit nun ebenfalls. Selbst für einen normalen Sitzplatz kann künftig also eine zusätzliche Gebühr anfallen.
Gerade bei einem Premiumprodukt wie der Allegris Business Class dürfte das bei vielen Vielfliegern und Miles-&-More-Sammlern nicht besonders gut ankommen. Denn am Ende wird ein Produkt, das eigentlich auf Komfort und Premium-Erlebnis ausgelegt ist, immer stärker in einzelne kostenpflichtige Bausteine zerlegt.
Fazit
Miles & More erweitert die Award Flights auf der Langstrecke um neue Business Light und Premium Economy Light Tarife. Dadurch entstehen zwar günstigere Einstiegsmöglichkeiten bei Prämienflügen, allerdings auch deutliche Einschränkungen bei Zusatzleistungen und Flexibilität.
Das Bordprodukt selbst bleibt zwar unverändert, dennoch verlieren Prämienflüge damit erneut ein Stück ihres bisherigen Premium-Charakters. Vor allem die kostenpflichtige Sitzplatzwahl und die fehlende Erstattungsmöglichkeit dürften viele Vielflieger kritisch sehen. Für Meilensammler bedeutet das vor allem eins: Tarife künftig noch genauer vergleichen und nicht nur auf den reinen Meilenpreis achten.
