Corona-Schnelltest Pilotprojekt bei Lufthansa

Corona-Schnelltest Pilotprojekt bei Lufthansa

Vor wenigen Tagen hat die Lufthansa mit einem Corona-Schnelltest Probebetrieb unmittelbar vor Flügen gestartet. Dabei handelt es sich um kostenfreie Tests, mit der Absicht, das Fliegen sicherer zu gestalten und das Reisen ohne Beschränkungen wieder weltweit aufnehmen zu können. Denn damit sollen eben auch andere Staaten vom Sicherheitskonzept überzeugt werden und dazu gebracht werden, diese Tests anzuerkennen. Sowohl Lufthansa-Chef Carsten Spohr als auch die IATA setzen große Hoffnungen in diese Schnelltests.

Absichten und Hintergründe der Schnelltests

Durchgeführt werden sogenannte SARS-CoV-2-Rapid Antigen Tests. Wie sinnvoll das Ganze ist oder ob sich die Airline versucht an einen rettenden Strohhalm festzuklammern, wird sich in der Zukunft zeigen.

Wissen sollte man, dass ein Test immer nur eine Momentaufnahme ist und keine 100% Sicherheit bietet, dass der Virus sich nicht weiter verbreitet.

Zwar möchte die Lufthansa marketingmäßig aufzeigen, dass es sich um Flüge mit ausschließlich negativ getesteten Passagieren handelt. Gleichzeitig kann eine Verbreitung des Virus hierbei faktisch nicht ausgeschlossen werden. Zusätzlich wird durch Airlines angestrebt, dass mit solch einem negativen Testergebnis die Einreisebestimmungen mit der verpflichtenden Quarantäne ausgehebelt werden. Da gibt es einigen Abstimmungsbedarf verschiedenster Nationen, um hier erfolgreich zu sein.

Vergleicht man übrigens die Sicherheit der Corona-Schnelltest, mit denen von Verhütungsmitteln, so tun sich Welten auf. Während man bei den sichersten Verhütungsmitteln auf eine Sicherheit von über 99% kommt, so schaffen Corona-Tests laut dem Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte gerade nur auf 84-98%. Das Bundesministerium für Gesundheit äußert sich dazu so, „Beim Testen ist ein zielgerichtetes Vorgehen wichtig. Testen ohne Anlass führt zu einem falschen Sicherheitsgefühl.“.

Außerdem kann alternativ ein vorab selbst durchgeführter PCR-Test vorgelegt werden, um die Bordkarte zu erhalten. Dieser darf nicht älter als 48 Stunden sein. Der Test sagt jedoch lediglich aus, wie der Status zum Test-Zeitpunkt, also vor bis zu 48 Stunden war. Was jedoch alles in 48 Stunden passieren kann, kann sich jeder selbst ausmalen. Eine Ansteckung ist überall da nicht ausgeschlossen, wo sich Menschen begegnen.

Ausgewählte Flugstrecke für Corona-Schnelltest

Zurück zum Testverfahren bei Lufthansa. Dieses wird momentan nur auf ausgewählten innerdeutschen Flügen praktiziert, soll aber nach und nach ausgeweitet werden. Im Moment ist das die Flugstrecke München-Hamburg (LH2058 / LH2059). Auf diesen Flügen ist ein Corona-Test zwingend erforderlich. Die Antigen-Schnelltests liefern in unter einer Stunde ein Ergebnis. Sobald ein negatives Ergebnis vorliegt, ist der Zutritt zum Sicherheitsbereich am Flughafen, bzw. ins Flugzeug möglich. Übrigens, wer sich nicht testen lassen möchte, wird kostenfrei auf einen anderen Flug umgebucht.

Um auf diesen ausgewählten Flüge zu fliegen, ist eine Vorab-Registrierung erforderlich und die entsprechende Wartezeit für den Test und das Testergebnis sollte mit in die Reiseplanung eingerechnet werden. Diese Information wird dir derzeit direkt in der Buchungsmaske auf der Lufthansa Website angezeigt.

Probelauf bei anderen Airlines

Auch Austrian Airlines führen derzeit das selbe Pilotprojekt auf der Strecke Wien-Hamburg (OS171 / OS172) durch. Auch United Airlines testet dieses Konzept der verpflichtenden Corona-Tests auf Flügen von San Francisco nach Hawaii.

Darüber hinaus haben auch Qatar Airways und Emirates verpflichtende Schnelltests geplant.Und sogar am Flughafen Heathrow in London gibt es ein Pilotprojekt mit Schnelltests.

Fazit zu den Pilotprojekten mit dem Corona-Schnelltest

Wie zu den Hintergründen bereits erwähnt, geht es Airlines primär darum das Reisen zu fördern und wieder mehr Umsatz zu generieren. Ich gehe davon aus, dass diese Probeläufe sich nicht nur bei Airlines durchsetzen werden.

Wahrscheinlich werden sämtliche von Corona gebeutelte Branchen auf solche verpflichtenden Test setzen und das ist diesen auch nicht zu verübeln. Denn solange es um die eigene (betriebliche) Existenz geht, wird alles unternommen, um die Menschen und Politik davon zu überzeugen. Die Ursache selbst wird dadurch zwar nicht bekämpft, sondern nur gezeigt „hey schaut her, bei mir läuft alles sauber“.

Dabei bleibt spannend, wie sich die Politik dazu aufstellt. Denn der Bedarf innerhalb der Luftfahrt in Deutschland lag vor Corona bei 226 Millionen Passagieren. Umgerechnet sind das über eine halbe Millionen Passagiere täglich und auch gleich so viele Tests, wenn man die selben Zahlen wie vor Corona anstrebt. Das diese Schnelltests bzgl. der verfügbaren Anzahl in Deutschland limitiert sind, dürfte bekannt sein. Und gleichzeitig plant die Regierung ja den Einsatz dieser Tests vor allem im Gesundheits-Bereich.

Dominik

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