Qantas kooperiert jetzt mit Condor: So kommst du mit US-Kreditkarten in die Condor Business Class

Qantas kooperiert jetzt mit Condor: So kommst du mit US-Kreditkarten in die Condor Business Class

Qantas hat Condor offiziell als neuen Vielfliegerpartner aufgenommen, wie Qantas berichtet. Ab sofort kannst du Qantas Punkte für hunderttausende zusätzliche Prämiensitze auf Condor-Flügen einlösen, erstmals auch in Premium Economy und Business Class. Das Problem dabei: Als Deutscher kommst du an Qantas Punkte fast nur über eine US-Kreditkarte. Genau das zeige ich dir in diesem Artikel.

Was sich bei Qantas gerade ändert

Seit dem 1. September 2026 ist Condor offiziell Vielfliegerpartner von Qantas. Damit wächst das Partnernetzwerk von Qantas Frequent Flyer auf über 30 Airlines mit rund 1.300 Zielen weltweit. Condor selbst bedient mehr als 70 Ziele in Europa, im Mittelmeerraum, in Nordamerika und der Karibik.

Wichtig zu wissen: Auf Condor-Flügen sammelst du keine Qantas Punkte. Die Partnerschaft funktioniert nur in eine Richtung, du kannst deine vorhandenen Qantas-Meilen für Condor-Prämiensitze einlösen, nicht umgekehrt Meilen durch Condor-Flüge verdienen.

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Condor ist damit noch kein Mitglied von Oneworld. Aber solche Frequent-Flyer-Partnerschaften waren in der Vergangenheit schon öfter ein erster Schritt in Richtung Allianzbeitritt, bei Philippine Airlines lief es zum Beispiel genauso.

Soviel kostet das

Condor fliegt seine Langstrecken mit A330neo-Maschinen, in der Business Class mit vollflachen Sitzen in 1-2-1-Konfiguration. Auf den Europastrecken kommt die A320-Familie zum Einsatz. In der Economy Class sind 20 kg Freigepäck inklusive.

Ein paar Beispiele, was dich laut der Qantas-Pressemitteilung das an Punkten kostet:

STRECKE KLASSE PUNKTE (AB)
Frankfurt – Ibiza / Korfu Economy 16.100
Frankfurt – London Gatwick Business 21.000
Frankfurt – Cancún Economy 43.500
Los Angeles – Frankfurt Economy 51.800
Bangkok – Frankfurt Premium Economy 85.000
Bangkok / Phuket – Frankfurt Business 108.000
Hinweis: Alle Angaben sind Einwegpreise ab dem genannten Startpunkt, jeweils zzgl. Steuern und Gebühren. Die Verfügbarkeit von Classic Reward Seats schwankt je nach Strecke und Buchungszeitraum.

Vor allem die Business-Class-Strecke Frankfurt-London für 21.000 Punkte finde ich eine günstige Alternative gegenüber Lufthansa (Prämien-)Flügen. Nach eigenen Recherchen konnten zwar auf verschiedenen Langstrecken wie beispielsweise nach New York oder nach Kapstadt keine Business Class Verfügbarkeiten gefunden werden. Evtl. werden die noch ins System eingespielt, da Economy und Premium Economy bereits Verfügbarkeiten für Condor bei Qantas aufweisen. Und bei den anderen beiden Partnern JetBlue und Atmos sind Verfügbarkeiten beispielsweise auf der Strecke nach Kapstadt in der Business Class in den nächsten 12 Monaten grundsätzlich vorhanden.

Auch der Blick auf die Meilenwerte verheißt nichts gutes. Denn so kosten selbst die Premium Economy Prämienflüge nach Kapstadt bereits 98.200 Meilen. Zum Vergleich bei Atmos sind das 70.000 Meilen für die Business Class. Oder über JetBlue 75.600 Meilen. Damit scheidet Qantas als attraktiver Partner für Condor Business Class Flüge auf der Langstrecke bereits aus.

Auf der Strecke Frankfurt nach Malé auf die Malediven findet sich an wenigen Tagen eine Verfügbarkeit auch in der Business Class. Allerdings für 108.000 Meilen. Zum Vergleich, Atmos verlangt für den gleichen Flug 60.000 Meilen und JetBlue 63.600 Meilen. Auch auf dieser Strecke zeigt sich, dass die Prämienflüge über Qantas nicht konkurrenzfähig mit denen der US-Vielfliegerprogramme sind.

Das eigentliche Problem: Wie kommst du überhaupt an Qantas Punkte?

Genau hier wird es für uns als deutsche Meilensammler unbequem. Es gibt keine deutsche Kreditkarte, die direkt Qantas Punkte ausschüttet. Und auch die deutsche American Express Membership Rewards Karte hilft dir nicht weiter, Qantas gehört schlicht nicht zu ihren Transferpartnern.

Dominik
Dominik

Die Kooperation mit Condor ist an sich eine gute Nachricht für alle mit Qantas Punkten auf dem Konto. Das eigentliche Problem für uns Deutsche bleibt aber dasselbe wie immer: Wir kommen ohne Umweg gar nicht erst an Qantas Punkte ran. Deshalb lohnt sich diese News nur, wenn du dir vorher den Zugang über eine US-Kreditkarte verschaffst.

Was viele nicht wissen: Die US-Version von American Express Membership Rewards ist ein eigenes, komplett unabhängiges Punkteprogramm. Und genau dieses US-Programm transferiert sehr wohl zu Qantas, im Verhältnis 1:1 und in der Regel sofort. Wer also eine US-Kreditkarte von American Express besitzt, sitzt an der Quelle.

Diese US-Kreditkarten bringen dich zu Qantas Punkten

Neben American Express transferieren noch ein paar weitere US-Programme zu Qantas Frequent Flyer. Hier die wichtigsten im Überblick:

PROGRAMM TRANSFERVERHÄLTNIS DAUER
Amex Membership Rewards (US) 1:1 sofort
Citi ThankYou Points (Premiumkarten) 1:1 1-5 Tage
Citi ThankYou Points (Standardkarten) 1:0,7 1-5 Tage
Capital One Miles 1:1 1-5 Tage
US Bank Altitude Rewards 1:1 wenige Tage
Hinweis: Chase Ultimate Rewards transferiert nicht zu Qantas. Bei Citi ThankYou gilt das 1:1-Verhältnis nur für Premiumkarten wie die Citi Strata Elite, Strata Premier oder Prestige, alle anderen ThankYou Karten liegen bei 1:0,7. Mindesttransfer bei Citi sind 1.000 Punkte.

Was das konkret bedeutet, zeigt ein Rechenbeispiel: Für den Business-Class-Flug von Frankfurt nach London brauchst du 21.000 Qantas Punkte. Transferierst du American Express Membership Rewards von einer US-Karte, brauchst du exakt 21.000 MR-Punkte, die sind sofort auf deinem Qantas-Konto. Auch im Verhältnis 1:1 werden deine Punkte einer Capital One Venture (X) oder einer CITI Strate Premier übertragen.

Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf US-Kreditkarten, wenn du regelmäßig mit Punkten reist. Der Zugang zu diesen Karten ist als Deutscher übrigens auch ohne US-Wohnsitz und ohne Sozialversicherungsnummer möglich, wie ich dir bereits in meinem Guide zur US-Kreditkarte ohne SSN gezeigt habe.

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Wusstest du, dass du US-Kreditkarten auch in Deutschland beantragen kannst, ohne US-Wohnsitz, ohne US-Staatsbürgerschaft? Wie das genau funktioniert, zeigen wir dir im kostenlosen US-Kreditkarten-Workshop.

Für wen sich der Aufwand lohnt (und für wen nicht)

Wenn du noch keine US-Kreditkarte hast und nur für einen einzigen Flug ins System einsteigen willst, lohnt sich der Aufwand meistens nicht. Zwischen Kartenbeantragung, Wartezeiten und dem eigentlichen Punktesammeln vergehen ein paar Monate, das ist nichts für spontane Buchungen.

Anders sieht es aus, wenn du dort schon Karten hast oder das Thema US-Kreditkarten ohnehin auf deiner Liste steht. Dann ist die neue Qantas-Condor-Partnerschaft ein zusätzlicher Grund, den Schritt jetzt zu gehen, gerade für Business-Class-Kurzstrecken innerhalb Europas ist das Verhältnis von Punkten zu Wert richtig gut.

Fazit

Die Kooperation zwischen Qantas und Condor bringt spürbar mehr Prämiensitze nach Europa, und erstmals auch in Premium Economy und Business Class. Das ist eine gute Nachricht, aber nur für den Teil der Meilensammler, der überhaupt an Qantas Punkte kommt. Als Deutscher heißt das in der Praxis: eine US-Kreditkarte mit Qantas-Transferpartner, allen voran American Express Membership Rewards US, Capital One Venture (X) oder eine Citi Strata Premiumkarte.

Mein Rat: Wenn du sowieso mit dem Gedanken an eine US-Kreditkarte spielst, ist das jetzt ein zusätzliches Argument dafür. Wenn nicht, würde ich mir die Mühe für einen einzelnen Flug nicht machen, dafür gibt es meistens einfachere Wege über deine bestehenden Programme.

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