American Express Business Gold oder Platinum Card: Welche lohnt sich für dich?
175 Euro oder 850 Euro Jahresgebühr, 50.000 oder 200.000 Punkte Willkommensbonus: Die American Express Business Gold Card und die Business Platinum Card liegen preislich und beim Bonus weit auseinander. Die Frage, die mir dazu am häufigsten gestellt wird, ist nicht „welche Karte ist besser“, sondern „welche Karte passt zu meinem Business“. Genau die beantworte ich hier.
Der Kernunterschied zwischen Business Gold und Business Platinum
Beide Karten laufen im gleichen Membership Rewards Programm, sammeln zu den gleichen Transferpartnern und funktionieren im Kern identisch. Der Unterschied liegt nicht im Punktesystem, sondern darin, was du zusätzlich zu den Punkten bekommst und wie viel du dafür im Jahr zahlst.
Die Business Gold Card ist die günstige Variante zum Einstieg. 175 Euro im Jahr, im ersten Jahr sogar kostenlos, dafür bekommst du im Kern das Punktesammeln und ein Grundpaket an Versicherungen. Die Business Platinum Card kostet mit 850 Euro fast das Fünffache, dafür kommen Lounge-Zugang, Hotelstatus, ein deutlich größeres Guthabenpaket und ein umfangreicheres Versicherungspaket dazu.
Wer selten geschäftlich reist und die Karte hauptsächlich fürs Punktesammeln im Alltag nutzen will, für den ist die Platinum Card oft zu teuer. Wer dagegen regelmäßig unterwegs ist und die Zusatzleistungen wirklich abruft, für den kann sich genau diese Differenz mehrfach auszahlen. Genau das rechne ich dir im Folgenden vor.
Jahresgebühr, Bonus und Mindestumsatz im Vergleich
Bevor es um die Leistungen geht, lohnt sich der Blick auf die reinen Zahlen. Für die Business Gold Card brauchst du aktuell 10.000 Euro Umsatz in den ersten 6 Monaten, um die vollen 50.000 Punkte zu bekommen. Bei der Business Platinum Card sind es 15.000 Euro Umsatz für 200.000 Punkte.
| MERKMAL | BUSINESS GOLD | BUSINESS PLATINUM |
|---|---|---|
| Jahresgebühr | 175 € (1. Jahr kostenlos) | 850 € |
| Willkommensbonus | 50.000 Punkte | 200.000 Punkte |
| Mindestumsatz für Bonus | 10.000 € in 6 Monaten | 15.000 € in 6 Monaten |
| Jährliche Guthaben | 100 € (Dell) | rund 1.440 € (Reise, Dell, Sixt, Co-Working) |
| Lounge-Zugang | Nein | Ja, bis 4 Personen, 1.550+ Lounges |
| Hotel- und Mietwagenstatus | Nein | Ja (Hilton, Marriott, Radisson, Accor, Sixt, Avis, Hertz) |
| Zusatzkarten | Bis zu 99 kostenlose Gold-Zusatzkarten | 98 Gold-Zusatzkarten plus 2 kostenpflichtige Platinum Plus Karten |
Rechnest du den Bonus konservativ mit 1 Cent pro Punkt, bekommst du bei der Gold Card einen Gegenwert von 500 Euro für 175 Euro Jahresgebühr. Bei der Platinum Card sind es 2.000 Euro Gegenwert für 850 Euro Jahresgebühr. Beide Karten schlagen also allein über den Bonus ihre Jahresgebühr, die Platinum Card sogar deutlicher. Der Unterschied zeigt sich erst im zweiten und dritten Jahr, wenn der einmalige Bonus wegfällt und nur noch die laufenden Guthaben und Leistungen übrig bleiben. Und genau da trennt sich, welche Karte langfristig für dich Sinn ergibt.
Guthaben und Versicherungen: Wo der Umfang wirklich auseinandergeht
Bei der Business Gold Card bekommst du 100 Euro Dell Technologies Guthaben im Jahr. Das war es an direkten Guthaben. Dazu kommt ein Versicherungspaket mit Reiserücktritt, Auslandsreisekrankenversicherung, Flug- und Gepäckverspätung sowie einem KFZ-Schutzbrief. Für 175 Euro im Jahr ein solides Paket, aber eben ein überschaubares.
Die Business Platinum Card packt hier deutlich mehr drauf: 200 Euro Reiseguthaben, 200 Euro Dell-Guthaben, bis zu 440 Euro Sixt Mobilitätsguthaben und bis zu 600 Euro Co-Working- und Telefonserviceguthaben. In Summe kommst du auf rund 1.440 Euro an jährlichen Guthaben, die du aktiv abrufen musst, damit sie sich lohnen. Beim Versicherungsschutz legt die Platinum Card ebenfalls nach: Zusätzlich zum Gold-Paket sind Reiseabbruch, Reisegepäck, Reise-Unfall, eine Privathaftpflicht und eine Mietwagen-Zusatzhaftpflicht mit dabei.
„ Die Gold Card ist für mich die richtige Übung, bevor man ins volle Programm einsteigt. Aber wer die Guthaben der Platinum Card wirklich abruft, für den ist die höhere Jahresgebühr am Ende fast geschenkt. „
Lounge-Zugang, Hotelstatus und Zusatzkarten: Die Extras der Platinum Card
Ein Punkt, den viele unterschätzen, wenn sie nur auf die Jahresgebühr schauen: Die Business Gold Card hat keinen Lounge-Zugang. Keinen Priority Pass, keine Centurion Lounges, nichts. Wenn du regelmäßig am Flughafen wartest, ist das ein echter Unterschied im Reisealltag.
Die Business Platinum Card bringt dagegen kostenlosen Zugang für bis zu 4 Personen in über 1.550 Lounges weltweit mit, inklusive Priority Pass mit bis zu 50 Besuchen im Jahr sowie Zugang zu Centurion Lounges, Delta Sky Clubs und Plaza Premium Lounges. Dazu kommt automatischer Status bei Hilton, Marriott Bonvoy, Radisson und ALL Accor sowie bei den Autovermietungen Sixt, Avis und Hertz, den die Gold Card ebenfalls nicht bietet.
Auch bei den Zusatzkarten unterscheiden sich die beiden Karten in der Struktur. Bei der Gold Card bekommst du bis zu 99 kostenlose Business Gold Zusatzkarten für dein Team. Bei der Platinum Card sind es 98 kostenlose Gold-Zusatzkarten plus 2 private Platinum Plus Karten, die du gegen eine Zusatzgebühr aktivieren kannst und mit denen du sogar noch einmal Extrapunkte bekommst.
Für wen sich die Business Gold Card lohnt
Die Business Gold Card passt für dich, wenn du gerade erst mit dem Punktesammeln über deine Firma startest und erstmal wenig Risiko eingehen willst. 175 Euro Jahresgebühr, im ersten Jahr sogar kostenlos, ist ein niedriger Einstieg, um das Membership Rewards System kennenzulernen, ohne dich gleich auf eine teure Karte festzulegen.
Sie passt auch, wenn du zwar geschäftlich Karten brauchst, aber selten fliegst oder in Hotels übernachtest. Wenn Lounge-Zugang und Hotelstatus für dich ohnehin nur ungenutzte Zusatzleistungen wären, zahlst du bei der Platinum Card für Dinge, die du nie abrufst. Dann ist die Gold Card schlicht die wirtschaftlichere Wahl.
Ein Nachteil gilt allerdings für beide Karten gleichermaßen, das gehört zur ehrlichen Einschätzung dazu: 2 Prozent Fremdwährungsgebühr bei Zahlungen außerhalb der Eurozone, Gebühren beim Bargeldabheben am Automaten, und eine Kartenakzeptanz, die weltweit spürbar dünner ist als bei Visa oder Mastercard.
Für wen sich die Business Platinum Card lohnt
Die Business Platinum Card lohnt sich für dich, wenn du regelmäßig geschäftlich reist und die Zusatzleistungen tatsächlich nutzt. Wenn du ohnehin mehrmals im Jahr in einer Lounge sitzt, Hotels buchst oder einen Mietwagen brauchst, decken allein die eingebauten Guthaben und der Status oft schon die Differenz zur Gold Card.
Sie lohnt sich auch, wenn du in deinem Unternehmen ohnehin höhere laufende Ausgaben hast und die 15.000 Euro Mindestumsatz in 6 Monaten so oder so über normale Geschäftskosten erreichst. Dann ist der Bonus praktisch ein Nebeneffekt deines üblichen Zahlungsverhaltens und keine zusätzliche Ausgabe, die du extra dafür tätigen musst.
Mein Fazit: Gold oder Platinum?
Beide Karten haben ihre Berechtigung, es kommt wirklich auf dein Reise- und Ausgabeverhalten an. Für den günstigen Einstieg ins Punktesammeln mit überschaubarem Risiko ist die Business Gold Card die richtige Wahl. Für alle, die regelmäßig reisen und Lounges, Hotelstatus und die großen Guthaben wirklich nutzen, rechnet sich die Business Platinum Card trotz der höheren Jahresgebühr in den meisten Fällen schneller, als man auf den ersten Blick denkt.
Mein Rat, wenn du unsicher bist: Starte mit der Gold Card, wenn du zum ersten Mal eine Amex Business Karte beantragst. Merkst du nach ein paar Monaten, dass dir Lounge-Zugang und Hotelstatus fehlen, kannst du jederzeit auf die Platinum Card upgraden oder zusätzlich beantragen.
