Neue Partnerschaft zwischen Air Canada Aeroplan und World of Hyatt
Air Canada und Hyatt haben sich zusammengetan. Aeroplan-Mitglieder und World-of-Hyatt-Mitglieder können ab sofort ihre Konten verknüpfen und bekommen dafür neue Wege, Punkte zu sammeln, zu tauschen und sich Status freizuschalten. Nach der Marriott-JAL-Partnerschaft ist das schon die zweite große Airline-Hotel-Kooperation dieser Woche. Und wie schon bei Marriott und JAL lohnt sich ein genauer Blick, bevor du deine Konten verknüpfst.
Worum es geht
Verknüpfst du dein Aeroplan-Konto mit deinem World-of-Hyatt-Konto, öffnen sich mehrere neue Optionen: Punkte tauschen, Punkte für Prämien der jeweils anderen Marke einlösen und, das ist der interessante Teil, dir über eine 90-Tage-Challenge schneller Hyatt-Status sichern. Vor- und Nachname müssen in beiden Konten übereinstimmen, sonst klappt die Verknüpfung nicht.
Was Aeroplan-Mitglieder bekommen
Bei einem Hyatt-Aufenthalt kannst du dich entscheiden: Entweder du sammelst wie gewohnt World-of-Hyatt-Punkte, oder du nimmst stattdessen 500 Aeroplan-Punkte pro Aufenthalt. Bei sehr günstigen Übernachtungen kann das mehr wert sein als die Hyatt-Punkte, bei teureren Zimmern lohnt es sich kaum.
Wer eine in Kanada ausgegebene Aeroplan-Kreditkarte besitzt, bekommt zusätzlich Bonuspunkte bei Hyatt-Zahlungen:
- Premium-Privatkarte: 2 Hyatt-Punkte plus 2 Aeroplan-Punkte pro kanadischem Dollar
- Premium-Businesskarte: 2 Hyatt-Punkte plus 2,5 Aeroplan-Punkte pro kanadischem Dollar
- Standard-Privatkarte: 1 Hyatt-Punkt plus 1,5 Aeroplan-Punkte pro kanadischem Dollar
- Standard-Businesskarte: 1 Hyatt-Punkt plus 2 Aeroplan-Punkte pro kanadischem Dollar
Der Haken: Diese Kartenboni gibt es nur für Aeroplan-Kreditkarten, die in Kanada ausgestellt wurden. Wer seine Aeroplan-Karte in den USA oder anderswo hat, geht hier leer aus.
Was Hyatt-Mitglieder bekommen
Umgekehrt ist die Gegenleistung für Hyatt-Mitglieder deutlich kleiner. Wer als Discoverist, Explorist oder Globalist die Konten verknüpft, bekommt einmal im Jahr ein Flugguthaben von 20 kanadischen Dollar bei Air Canada, umgerechnet knapp 13 Euro. Später in diesem Jahr soll es für Explorist- und Globalist-Mitglieder zusätzlich eine Aeroplan-Status-Challenge geben, live ist die aber noch nicht. Diese Partnerschaft ist aktuell eher auf Aeroplan-Mitglieder zugeschnitten, nicht auf Hyatt-Mitglieder.
Punkte tauschen bringt wenig
Du kannst Hyatt-Punkte im Verhältnis 2:1 in Aeroplan-Punkte umwandeln, ab 5.000 Punkten, danach in 1.000er-Schritten. Aeroplan-Elite-Mitglieder können umgekehrt Aeroplan-Punkte im Verhältnis 2:1 in Hyatt-Punkte tauschen, mit einem Tageslimit von 100.000 und einem Wochenlimit von 250.000 Aeroplan-Punkten.
Beide Programme sind für Vielsammler etwa gleich viel wert, weshalb ein Tausch im Verhältnis 2:1 in der Regel die Hälfte des Punktewerts verschenkt. Für die klassische Strategie, Punkte einfach zwischen Programmen hin- und herzuschieben, taugt das Programm also nicht.
Interessanter sind die Zertifikate: Aeroplan-Mitglieder können ab 25.000 Punkten ein Hyatt-Freinacht-Zertifikat der Kategorie 1 bis 4 einlösen, ab 75.000 Punkten eines der Kategorie 1 bis 7. World-of-Hyatt-Mitglieder wiederum bekommen für 50.000 Hyatt-Punkte ein Aeroplan-Flugzertifikat im Wert von 30.000 Punkten. Das lohnt sich vor allem in Einzelfällen, etwa wenn eine Kategorie-4-Hyatt-Nacht regulär mehr als 25.000 Punkte kosten würde.
Der eigentliche Clou: Hyatt Globalist in 20 statt 60 Nächten
Der wertvollste Teil der Partnerschaft ist die Status-Challenge. Aeroplan-Elite-Mitglieder und Inhaber bestimmter Premium-Kreditkarten können sich einmal pro Jahr für eine 90-Tage-Challenge anmelden:
- 4 Nächte für Discoverist-Status
- 10 Nächte für Explorist-Status
- 20 Nächte für Globalist-Status
Normalerweise braucht man für Globalist-Status 60 Nächte im Kalenderjahr. Über die Challenge reichen 20. Inhaber von Premium-Aeroplan-Kreditkarten bekommen obendrein automatisch Discoverist-Status, jährlich fünf Elite-Nächte geschenkt und zwei Versuche pro Jahr für die Challenge, was Gary Leff von View from the Wing in seiner Analyse zu Recht als ziemlich aggressiv bezeichnet.
Auch ohne kanadische Kreditkarte gibt es einen Weg
Die Kartenboni gelten nur für kanadische Karten, aber die Status-Challenge selbst hängt am Aeroplan-Elite-Status, nicht an der Staatsbürgerschaft oder am Wohnort. US-Kreditkarteninhaber der Chase-Aeroplan-Karte bekommen für das Genehmigungsjahr und das folgende Kalenderjahr automatisch Aeroplan-25K-Status, den man mit 15.000 US-Dollar Jahresumsatz halten kann. Mit diesem 25K-Status lässt sich die Hyatt-Challenge ebenfalls registrieren.
Noch ein Umweg: Wer Marriott-Bonvoy-Titanium- oder Ambassador-Status hat, kann darüber Aeroplan-25K-Status bekommen und sich damit wiederum für die Hyatt-Challenge qualifizieren. Etwas umständlich, aber für Vielreisende mit hohem Marriott-Status durchaus machbar.
Fazit
Die Verknüpfung kostet nichts und schadet nicht, also kannst du sie bedenkenlos vornehmen. Aber die Erwartungen sollten realistisch bleiben: Für World-of-Hyatt-Mitglieder ohne Aeroplan-Bezug bringt das Ganze vor allem ein Flugguthaben von 20 kanadischen Dollar, mehr nicht. Aeroplan-Elite-Mitglieder und Premium-Kartenkunden dagegen bekommen mit der 90-Tage-Challenge einen echten Abkürzungsweg zum Hyatt-Globalist-Status. Wer schon einen der beiden Status hat oder eine kanadische Aeroplan-Karte besitzt, sollte zugreifen. Alle anderen können es sich sparen.
