Chase US-Kreditkarten: Warum sie auch für uns in Deutschland ohne US-Wohnsitz so attraktiv sind

Chase US-Kreditkarten: Warum sie auch für uns in Deutschland ohne US-Wohnsitz so attraktiv sind

Chase Kreditkarten gehören zu den begehrtesten Karten im gesamten US-Kreditkartensystem. Und ja: Auch als Deutscher ohne US-Wohnsitz und ohne SSN (Social Security Number) kommst du an sie heran. Klingt im ersten Moment eine Nummer zu groß, eine Kreditkarte einer amerikanischen Bank, ohne dort zu leben. Ist es aber nicht. Wer den Einstieg ins US-System einmal sauber aufgesetzt hat, landet früher oder später bei Chase, und das aus gutem Grund.

Dieser Beitrag ist der kartenorientierte Bruder zu unserem Chase Ultimate Rewards Guide. Dort geht es um die Punkte, Transferpartner und Sweet Spots. Hier geht es um die Karten selbst: welche Chase Kreditkarten es gibt, welche für deutsche Sammler relevant sind, in welcher Reihenfolge du sie angehst und ob sich der Aufwand am Ende wirklich lohnt.

Was Chase Kreditkarten für deutsche Sammler besonders macht

Chase ist eine der größten Banken der USA, und die hauseigene Punktewährung Chase Ultimate Rewards (UR) gilt vielen als das stärkste flexible Punkteprogramm der Welt. Der Grund ist nicht ein einzelner Bonus, sondern die Kombination: alle Transferpartner 1:1, Zugang zu allen drei großen Luftfahrt-Allianzen und mit World of Hyatt der beste Hotel-Sweet-Spot überhaupt.

Für dich als deutschen Sammler heißt das: Mit Chase Kreditkarten sammelst du Punkte, die du in Programme transferieren kannst, an die du mit deutschen Meilen-Kreditkarten schlicht nicht herankommst. Den kompletten Deep-Dive zu Punkten, Transferpartnern und Award-Charts findest du im Chase Ultimate Rewards Guide. In diesem Beitrag bleiben wir bei den Karten.

💡 Travel-Insider Tipp des Tages
Wusstest du, dass du US-Kreditkarten auch in Deutschland beantragen kannst, ohne US-Wohnsitz, ohne US-Staatsbürgerschaft? Wie das genau funktioniert, zeigen wir dir im kostenlosen US-Kreditkarten-Workshop.

Können Deutsche Chase Kreditkarten überhaupt bekommen?

Die ehrliche Antwort lautet: ja, aber nicht als Erstes. Chase ist eine der anspruchsvollsten Banken im System. Ohne eine bestehende amerikanische Kredithistorie wird ein Chase-Antrag immer abgelehnt, völlig unabhängig von deiner deutschen Bonität. Wer also direkt mit Chase starten will, scheitert in der Regel am Antrag.

Der realistische Weg führt zuerst über American Express. Mit dem Amex Global Transfer nutzt du deine bestehende deutsche Amex-Historie, um vergleichsweise einfach eine US-Amex zu bekommen, und baust damit deine erste US-Kredithistorie auf. Wie dieser Einstieg ins US-System ohne SSN konkret funktioniert, mit ITIN, US-Adresse und Telefonnummer, haben wir ausführlich im Beitrag US-Kreditkarte ohne SSN beantragen beschrieben. Erst danach wird Chase realistisch.

DOMINIK

“Chase und Amex ergänzen sich perfekt, aber die Reihenfolge ist klar: Zuerst US-Kredithistorie mit Amex aufbauen, dann Chase angehen. Wer versucht Chase ohne ausreichende Kredithistorie zu bekommen, scheitert am Antrag, unabhängig von 5/24.”

Die 5/24-Regel, die wichtigste Hürde bei Chase

Bevor du dich in die Karten verliebst, musst du die 5/24-Regel kennen. Sie ist der häufigste Grund, warum Chase-Anträge abgelehnt werden. Die Regel lautet: Wer in den letzten 24 Monaten fünf oder mehr neue Kreditkarten beantragt hat, wird von Chase automatisch abgelehnt, egal wie gut die Bonität ist.

Praktisch heißt das: Chase-Karten gehören an den Anfang deiner Sammelkarriere, nicht ans Ende. Wer wahllos Karten beantragt, verbaut sich den Zugang zu den besten Chase-Produkten für zwei Jahre.

Die Chase Kreditkarten im Überblick

Chase hat ein gestaffeltes Portfolio: zwei Premium-Privatkarten, mehrere kostenlose Karten als Punkte-Booster und eine Reihe von Business-Karten. Hier die für deutsche Sammler relevanten Karten auf einen Blick.

KarteJahresgebührWelcome-BonusBesonderheit
Sapphire Reserve$795bis 150.000 URPremium-Karte, Lounges, behält 1:1-Transfer zu Hyatt
Sapphire Preferred$95bis 100.000 URBester Einstieg, voller Zugang zu allen Transferpartnern
Ink Business Preferred$9590.000 UR (tw. 120.000 targeted)Business-Bonus, zählt nicht zu 5/24
Freedom Unlimited$01,5x auf alles, Punkte-Booster
Freedom Flex$05x rotierende Quartals-Kategorien, Fremdwährungsgebühren
Ink Business Cash$0$750 Cashback5x Office, Internet, Telefon
Ink Business Unlimited$0$750 Cashback1,5x auf alles

Hinweis: Stand Juni 2026. Welcome-Boni sind zeitlich begrenzte Angebote (LTO) und schwanken. Freedom-Punkte werden erst dann zu vollwertigen, transferierbaren UR, wenn eine Sapphire- oder Ink-Preferred-Karte im selben Konto liegt.

Welche Chase Kreditkarte zuerst?

Für die meisten deutschen Sammler ist die Sapphire Preferred der richtige Einstieg: niedrige Jahresgebühr von $95, voller Zugang zu allen Transferpartnern und ein solider Welcome-Bonus. Ein späterer Wechsel zur Reserve ist problemlos möglich.

Wer Hyatt regelmäßig nutzt, sollte dagegen direkt über die Sapphire Reserve nachdenken. Denn nur sie behält den wertvollen 1:1-Transfer zu World of Hyatt, während die Preferred hier abgewertet wurde (siehe unten). Betreibst du eine US-LLC, ist die Ink Business Preferred ebenfalls spannend, weil sie für einen vergleichsweise geringen Preis einen attraktiven Willkommensbonus gibt.

Was kosten Chase Kreditkarten und lohnt sich das?

Die Jahresgebühren reichen von $0 bei den Freedom- und Ink-Cash/Unlimited-Karten bis $795 bei der Sapphire Reserve. Klingt nach viel, relativiert sich aber: Bei der Reserve summieren sich allein Travel- und DoorDash-Credits auf einen Gegenwert, der die Gebühr in der Praxis oft auf unter $200 netto drückt, plus 150.000 UR Welcome-Bonus obendrauf.

Dazu kommen die laufenden Setup-Kosten fürs US-System (US-Adresse, Telefonnummer und ähnliche Infrastruktur), die meist bei rund 250 Euro pro Jahr liegen. Dem gegenüber stehen Willkommensboni, Guthaben, Lounge-Zugänge und Punktesammelraten, die schnell mehrere Tausend Euro Gegenwert pro Jahr erreichen. Wer das Thema strategisch angeht, hat den Mehraufwand oft schon mit einem einzigen Welcome-Bonus mehrfach wieder drin.

Die ehrliche Einordnung: Wo die Grenzen liegen

Damit hier kein Hype entsteht, die wichtigsten Einschränkungen offen auf den Tisch:

  • Hyatt-Abwertung: Ab 15. Juni 2026 transferiert die Sapphire Preferred nur noch 4:3 statt 1:1 zu Hyatt. Ab Oktober 2026 wird das Verhältnis von UR zu Hyatt generell auf 5:4 reduziert. Nur die Reserve behält vorerst 1:1.
  • Fremdwährungsgebühren: Die kostenlosen Freedom-Karten erheben Fremdwährungsgebühren, für Ausgaben außerhalb der USA sind sie also nicht ideal.
  • Kein Schnellstart: Ohne US-Kredithistorie kein Chase. Der Weg führt zuerst über Amex und den Aufbau eines US Credit Scores.
  • Bedingungen ändern sich: Boni, Gebühren und Transferverhältnisse werden regelmäßig angepasst. Alle Angaben Stand Juni 2026.

US-KREDITKARTEN MASTERPLAN MENTORING

Nicht jeder bekommt Chase sofort, denn zuerst muss der Weg ins US-Finanzsystem stehen. Genau dabei begleiten wir dich: Im US-Kreditkarten Masterplan Mentoring zeigen wir Schritt für Schritt, wie du als Deutscher ins System startest, deinen Credit Score aufbaust und später Karten von Chase, Citi oder Capital One bekommst, mit einer Erfolgsquote von über 99 % zur ersten US-Kreditkarte.

Fazit: Chase Kreditkarten als Deutscher

Chase Kreditkarten sind kein Einstiegsprodukt, sondern das Ziel einer sauber aufgebauten US-Strategie. Wer die Reihenfolge respektiert, erst Amex und US-Kredithistorie, dann Chase, und die 5/24-Regel im Blick behält, bekommt Zugang zu einem der stärksten Punkte-Ökosysteme der Welt.

Die Frage ist dabei selten Chase oder Amex, sondern beides, weil sich die Programme über ihre unterschiedlichen Transferpartner perfekt ergänzen. Wie du das US-System ohne SSN aufsetzt, liest du hier, den kompletten Punkte- und Sweet-Spot-Guide zu Chase findest du hier.

Newsletter für Meilensammler

Meilen-News direkt in dein Postfach.

Schreibe einen Kommentar

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner